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Familienchronik Bruchwitz & Schmoldt

Über meine Vorfahren Bruchwitz

Vorwort

Ich beginne mit der Herkunft meiner Vorfahren-Familien Bruchwitz, die vor sehr langer Zeit einmal "von Brauchicz" hießen. Die Quellenlage zu der Familie, die im 15. Jahrhundert den Namen de Brauchicz oder von Brauchicz hatte, ist zuächst recht dünn. Mein Ziel ist es, den Zusammenhang der Namen Brauchicz, Brauchwitz und Bruchwitz näher zu erkunden und zu erklären. Es gibt heute nur wenige Indizien und Daten, was die alten Familiennamen betrifft. Deshalb möchte ich das Thema zum Teil in Form von Hypothesen behandeln.

Die Anfänge meiner Nachforschungen gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Am Anfang gab es die Familienamen Bruchacz, Bruchisch, Brauchicz, Brochwicz und Brauchwitz. Daraus entwickelten sich drei drei große Familien-Äste, die regional von einander getrennte Familienzweige darstellten. Es handelte sie um die Familiennamen "von Brauchwitz" (nach 1700 dann „von Brauchitsch“) aus Niederschlesien, "(von) Brochwitz" aus der Region Danzig/Westpreußen und "Bruchwitz" sowie „Brochwitz“ aus Sachsen, Pommern und Vorpommern. Als eigentliche Anfänge der Familiengeschichte sind zu nennen die Herkunftsorte Wollstein / Wolsztyn (Region Posen), Chrustnik (im Deutschen: Brauchitschdorf), gelegen bei Lubin (deutsch: Lüben) in Niederschlesien und das Rittergut Klein-Katz bei Danzig zu nennen.Neuere Nachforschungen und Recherchem betreffs den Anfängen der Familien "Brochwicz" führten mich - mit Hilfe des Internets - nach Wolsztyn (deutsch: Wollstein) mit dem heutigen Ortsteil Nialek Wielki (auch Nialkow oder Nialecz), südwestlich von Poznan (Posen). In der Region nördlich der Stadt Poznan gab es bereits im 13. Jahrhundert eine adelige Familie Nialkow, aus der sich mehrere Familienzweige entwickelten. Ein weiterer bedeutender Aspekt zu dem Thema ist die Familie "von Brauchitsch", die bis ins 17. Jahrhundert den Familiennamen "von Brauchwitz" hatte. Die von Brauchitsch stammten aus Niederschlesien.

Von der Region Schlesien aus führte ein Familien-Zweig mit den Namen "de Brauchicz", später dann mit dem Namen "von Brauchwitz" zu den Brüdern Nikolaus und Georg von Brauchwitz, die in der Region Danzig/Westpreußen Söldner waren und nach der Kriegszeit in jener Region von Westpreußen gesiedelt hatten. Das war in der Zeit des 15. und 16. Jahrhunderts. Ich fand in alten Quellen des Deutschen Ritterordens sowie in der "Geschichte von Klein-Katz" (Provinz Preußen) Hinweise zu dem Namen "Brauchwitz". In Westpreußen gab es bald mehrere - vom Namen her gewandelte - Familien-Namen; die lauteten "Brochwitz" beziehungsweise von Brochwicz, und es gab auch Familien mit einem Doppelnamen, wie zum Beispiel "von Brochwitz-Donimirski". In Schlesien gab es zunächst die Familiennamen "von Brauchicz", und "von Brauchwitz", und zwar bis Mitte des 17. Jahrhunderts. Danach wurde aus dem Namen "von Brauchwitz" der Name von Brauchitsch . Die Familien "von Brauchitsch" hatten überwiegend in den Regionen von Liegnitz / Legnica und Lubin (Lüben) in Niederschlesien gelebt. Im früheren Herzogtum Pommern gab es einen Georg von Bruchwitz (geboren wohl um 1555 in Niederschlesien), der für die weiter zurückliegenden "Bruchwitz-Zweige" eine besondere Rolle spielen sollte. Es gibt meines Erachtens einen Zusammenhang zwischen dem Urahnen Georg von Bruchwitz, der in Diensten des Herzogs von Pommern stand, und dem Namen Georg von Brauchwitz (später "von Brauchitsch") aus Niederschlesien.

Georg von Brauchwitz aus Niederschlesien (später "von Bruchwitz") ging aus beruflichen Gründen nach Stettin in Pommern und wurde dort herzoglich pommerscher Rat, und zwar ein pommerscher Rat in Diensten des Herzogs von Pommern Johann Friedrich. Georg von Bruchwitz fand in den beiden Jahren 1598 und 1600 im Zusammenhang mit der pommerschen und der brandenburgischen Geschichte Erwähnung. Ein Georg von Brauchwitz aus Niederschlesien wurde als Sohn des gleichnamigen Georg von Brauchwitz (gestorben 1584 in Niederschlesien in einer schlesischen Schrift genannt; mehr darüber ist in dem Kapitel "Spurensuche" sowie im Kapitel "Die eigentlichen Wurzeln" zu finden.

Über die Familien der Nachfahren des Georg von Bruchwitz entwickelten sich nach dem Jahr 1711 die vier großen Familienzweige der Bruchwitz aus Vorpommern. Nach dem Tod des Georg von Bruchwitz bzw. von Brauchwitz (im Jahr 1607) fand bald der dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) statt, wo bekanntlich viele Urkunden, Kirchenbücher und andere Quellen verloren gingen.

Die Vier Linien Bruchwitz aus Vorpommern

Die vier Söhne des Johann Christoph Bruchwitz und dessen Ehefrau Dorothea Elisabeth, geborene Tegge hießen:

1) Christian Friedrich Bruchwitz, geboren am 9. 10. 1760 in Heinrichswalde in Vorpommern

2) Michael Heinrich Bruchwitz, geboren 4. 1. 1764 in Heinrichswalde (Vorpommern)

3) Johann Friedrich Bruchwitz, geboren 3. 7. 1769 in Heinrichswalde (Vorpommern)

4) Johann Christoph Bruchwitz, geboren am 24. 4. 1772 in Heinrichswalde (Vorpommern)

Mein Vorfahre Johann Friedrich Bruchwitz war der drittgeborene Sohn des Johann Christoph Bruchwitz (1726 bis 1774) und dessen zweiter Ehefrau Dorothea Elisabeth, geborene Tegge (1730 bis 1795). Die Vorfahren Johann Friedrich Bruchwitz und dessen Ehefrau Maria, geborene Köchle (Köchler) hatten einen Sohn, der August Wilhelm Daniel hieß. August Bruchwitz lebte von 1809 bis 1892 und war - über dessen Sohn Ferdinand (geboren 1840) - Stammhalter meiner direkten Bruchwitz-Linie, aus Vorpommern. Von Beruf war August Bruchwitz Bauer, wie auch sein Vater und Großvater es gewesen waren. August bewirtschaftete einen Bauernhof in Heinrichswalde. Mit seiner Ehefrau Caroline, eine geborene Agenz, hatte er drei Söhne; die hießen Ferdinand Bruchwitz (geboren 1840 in Heinrichswalde in Vorpommern), Gustav Bruchwitz (geboren 1855), lebte später in Stettin und Wilhelm Bruchwitz (geboren 1865 in Hintersee in Vorpommern), später wohnhaft in Stettin. Ferner gab es fünf Töchter mit den Namen Amanda, später verheiratete Tetzner, Wilhelmine, Caroline und Auguste, geborene Bruchwitz sowie Ulrike Bruchwitz, später eine verheiratete Benz.Johann Friedrich Bruchwitz schrieb in einem Brief aus dem Jahr 1842 an seinen Bruder Johann Christoph (der 1806 nach Tating in Eiderstedt auswanderte), daß er vor "ungefähr 6 Jahren mit mehreren anderen Bauern und Büdnern" abbrannte. Weiter schreibt er, daß sich "das Dorf bedeutend verschönert hat, übrigens sind unsere Bauernhöfe abgelöst, und nun unser Eigentum, weshalb unser Dorf immer besser und schöner wird, da sich jeder Bauer soviel als möglich Mühe giebt, sein Eigentum zu verbessern". Johann Friedrich Bruchwitz und seine Frau Maria (Marie) hatten fünf Kinder. Die erstgeborene Tochter hieß Friederike (geboren am 20. 10. 1801). Am 16. 8. 1809 wurde mein Ururgroßvater August Wilhelm Daniel Bruchwitz in Heinrichswalde in Vorpommern geboren. Wie sein Vater war auch August Bauer in Heinrichswalde, und er wurde, nachdem der Hof "abgelöst" war, der Besitzer des Hofes. August Bruchwitz war verheiratet mit Caroline, geborene Agenz (1820 bis 1872).

Ein gibt noch einen weitereren Aspekt zum Zusammenhang von Ortsname und Familienname. So ist der Name "Bruchwitz" bei der Geschichte des Ortsnamens von Burgwitz (Süd-Brandenburg / früher zu Sachsen) in einem alten Ortsverzeichnis zu finden. Jener Ort Burgwitz hieß früher einmal "Brochwitz" und auch "Bruchwitz". Fußmote 1)

Über meine Vorfahren Schmoldt

Vor einiger Zeit konnte über Ancestry in einem alten Kirchenbuchregister Ferdinand Schmoldts Vater Joachim Friedrich Schmoldt (geboren 1762), gefunden werden. Dessen Vater wiederum war Martin Jacob Schmoldt, der 1736 in Alt Schwerin, einem Dorf im Norden der Mecklenburgische Seenplatte, geboren wurde. Vor allem in den mecklenburgischen Orten Alt Schwerin und Nossentiner Hütte wurden einige Schmoldts in Kirchenbüchern ausfindig gemacht. Aus der ersten Ehe des 1736 geborenen Martin Jacob Schmoldt und dessen Frau Eva Dorothea, geborene Brandt, gingen zwei Kinder hervor.

Schon vor einiger Zeit hatte ich meine Nachforschungen im Kirchenbuch der Evangelischen Kirche von Alt-Berlin, Pfarramtsbezirk Nikolaikirche durchgeführt. Ich fand unter anderem einen Peter Schmoldt - geboren um das Jahr 1560. Laut Eintrag im Kirchenbuch der Evangelischen Nikolaikirche von Berlin hatte Peter Schmoldt eine Tochter mit Namen Anna, die am 23. Juli 1583 in der Nikolaikirche in Berlin-Mitte getauft worden war - Quelle: Kirchenbuch der Nikolaikirche in Berlin, in Ancestry, Kirchenbücher Berlin, Taufen 1583-1639 digital, Seite 16. Der Vater des Peter Schmoldt war wohl Michael Schmoldt, der um das Jahr 1538 - wahrscheinlich noch im Lande Württemberg - geboren wurde. Jener Michael Schmoldt, der im Evangelischen Kirchenbuch von Kirchheim / Weilheim mit dem Nachnamen Smolt zu finden ist, war verheiratet mit einer Barbara, deren Geburtsname mir allerdings nicht bekannt ist. Die Eheleute hatten eine Tochter namens Agnes, die nachweislich am 14. April 1583 in Kirchheim oder Weilheim unter der Teck, Region Stuttgart in Württemberg geboren wurde. Im Evangelischen Kirchenbuch von Kirchheim bzw. Weilheim unter Teck sind jene Schmoldt-Namen über das Ancestry-Portal zu finden (mit Anmeldung).

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Fußnoten: 1) Die Quelle dazu ist in dem Buch "Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungs-Lexikon von Sachsen. Band 1", Zwickau 1814, von August Schumann, Verlag Gebrüder Schumann, zu finden, siehe die Ansicht in der Google-Buchsuche . In den alten Kirchenbüchern von Neustadt an der Orla (1550 bis 1650), die ins Staatsarchiv von Leipzig ausgelagert wurden, müßte es meines Erachtens den Namen Bruchwitz geben. Die würde einen Zusammenhang der Herkunft der Familien Bruchwitz mit dem Namen Bruchwitz bestätigen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde der Urahn Christoffer Bruchwitz in dem Dorf mit dem damaligen Namen "Bruchwitz", dem heutigen Ortsteil Burgwitz oder einen Ort der in der Region liegt, geboren. Im Jahr 1640 herrschte in der Region von Neustadt an der Orla Krieg. Es war die Zeit des 30-jährigen Krieges, und die schwedischen Truppen kämpften gegen die Sachsen. Mit dem Jahr 1551 begannen die Kirchenbücher des Dorfes Burgwitz. Der zuständige Pfarrbezirk des heutigen Ortsteils von Kospoda ist Neustadt an der Orla.

Der folgende Link mit den Ortsverzeichnissen der evangelischen Kirchengemeinden von Thüringen zeigt die in einem von Karl Güldenapfel verfassten Ortsverzeichnis der jeweiligen Kirchengemeinden von A bis Z2) Christoffer Bruchwitz heiratete am 6. Dezember 1719 seine Frau Elisabeth, eine geborene Lück in Vorpommern. Er starb am 1. September 1737 auf dem Burgwall bei Rothemühl. Seine Frau Elisabeth, die 90 Jahre alt geworden war, starb am 2. September 1772. Damit überlebte sie ihren Mann um sehr viele Jahre. Die Eheleute Christoffer und Elisabeth Bruchwitz hatten Töchter mit den Namen Regina und Christina sowie einen Sohn namens Johann Christoph, der am 5. November 1726 am Burgwall bei Alt-Rothemühl geboren worden war. Im Jahr 1755 oder 1756 heiratete er Dorothea Elisabeth, eine geborene Tegge. Christoph Bruchwitz, der zunächst den Beruf des Forstarbeiters ausgeübt hatte, zog nach dem Jahr 1756 in das von Rothemühl nicht weit entfernte Dorf Heinrichswalde. Christoph Bruchwitz, der im Kirchenbuch auch einmal mit dem Nachnamen Brockwitz erwähnt wurde, starb am 11. Dezember 1774 in Burgwall bei Alt-Rothemühl. Seine Frau Dorothea Elisabeth starb am 21. 3. 1795 im Alter von 65 Jahren.


Heiner Bruchwitz, Nienburg/Weser, im Juni 2019

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