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Meine Ururgroßmutter Louise Schmoldt, geborene Lefevre und die Ahnen ihrer Muttter Rachel, geborene Billau

Vorweg: Es handelt sich bei Rachel Lefevre, geborene Billau (1790 bis 1855) um eine Nachfahrin der französischen Protestanten, die von Frankreich und auch über Südholland nach Deutschland kamen. Meine Ahnen kamen um das Jahr 1684 über die damalige Pfalz, Region des heutigen Württembergs und Rheinland-Pfalz, nach Deutschland, seinerzeit Preußen. Sie siedelten in der Uckermark, einer Region im heutigen nordöstlichen Brandenburg; ein kleiner Teil der Uckermark liegt in Ostvorpommern, wie zum Beispiel das Dorf Bergholz.

Die Hugenotten, also die aus Frankreich stammenden französischen Protestanten nach der Lehre des Johannes Calvin, wurden in vielen Teilen Frankreichs wegen ihres Glaubens verfolgt. Sie suchten in verschiedenen Ländern Zuflucht, so in England, den Niederlanden, in Preußen und in Amerika.

Eine der Schwiegrigkeiten bei den Nachforschungen zu dem Namen "Billau", insbesondere im Zusammenhang mit den Quellen ist, daß im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte der Nachname meiner Vorfahren Billau sich häufig änderte. Bei meinen hugenottischen Ahnen Billau bis zu Jean Billiou (Ballieu), geboren 1596, waren die Namen von dem genannten Jean im französischen Kirchenbuchregister "Ballieu" - der seines Vaters Thomas war Billiou. Dann gab es bei den deutschen und anderen europäischen Billious den Namen "Billaud", "Billiot", "Billiau" und "Billau". In Amerika war der Name "Billiou" und "Bilyeu". Vor der Zeit des Thomas Billiou gab es dann noch die Namen "Barlow", "Barlowe", "Belew" und "Barley". Die Namen "Barlow" und "Barley" weisen darauf hin, daß die Billaus´ ursprünglich aus England stammten. Viele kamen aus den Grafschaften Derbyshire oder Oxfordshire.

Rachel Lefevre, geborene Billau

Sie wurde in Bergholz bei Rossow in Vorpommern. Früher gehörte der Ort einmal zur Mark Brandenburg. Rachel Lefevre hatte das evangelische, beziehungsweise französisch-reformierte Bekenntnis nach der Lehre von Johannes Calvin. Meine Urururgroßmutter mütterlicherseits wurde am 19. November 1790 in Bergholz in der Uckermark geboren. Ihre Eltern waren Isaak (Jakob) Billau, geboren am 25. September 1746, gestorben am 13. Oktober 1811 und Elisabeth, eine geborene Ropitail, die am 6. November 1746 geboren wurde.

Rachel war verheiratet mit Pierre Lefevre (geboren 1794), ein Sohn von Pierre Lefevre dem Älteren (geboren 1756). Sie heiratete am 15. November 1820 in Stettin den Fuhrmann Pierre Lefevre. Die Tochter der Eheleute Lefevre war Louise Wilhelmine (1823 bis 1851); sie war die zweite Tochter von Rachel und Pierre Lefevre. Weitere Kinder Lefevre waren Jeanne Wilhelmine Friederike (15.7.1821 bis 3.9.1840), Henriette Emilie Auguste (1828 bis 1829) und Julie Auguste Mathilde, geboren am 10.10.1828.

Louise Wilhelmine geborene Lefevre heiratete im Jahr 1845 Ludwig Schmoldt aus Stettin in Pommern. Bereits im Jahr 1847 wurde der Sohn Richard geboren, der mein Urgroßvater war. Louise wurde als Louise Wilhelmine Lefevre am 4. November 1823 in Stettin geboren. Am 11. Juni 1851 starb sie in sehr jungen Jahren, bald nach der Geburt ihres Sohnes Carl Louis Schmoldt; sie hatte leider ein kurzes Leben. Sie hatte zwei Söhne geboren, und sie starb bald nach der Geburt ihres zweiten Kindes. Das kam in jener Zeit wegen der noch nicht so fortgeschrittenen medizinischen Versorgungsmöglichkeiten realativ häufig vor.

Louise wurde am 4. November 1823 in Stettin im preußischen Pommern geboren. Sie starb am 11. Juni 1851 in Stettin. Ihr Gaubensbekenntnis war evangelisch-reformiert, und ihre Vorfahren waren seit Bestehen der Lehre des Johannes Calvin in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts französische Protestanten, die „Hugenotten“ genannt wurden und schließlich sich dann selbst als „Hugenotten“ bezeichneten.

Ihre entfernten Wurzeln lagen - bezogen auf ihre mütterliche Seite bis etwa 1550 – in England. Zu jener Zeit gab es statt der Namen „Billau“ und „Billiou“ noch den Nachnamen „Barlow“ und „Barley“. Die darauffolgenden Ahnen kamen aus der historischen Landschaft Flandern, die bis zum nördlichen Frankreich – Department Nord-Pas-de-Calais – reichte. Die durch religiöse Verfolgung ausgelösten Fluchtbewegungen verschlug es die Familie des Thomas Billiou (dem Jüngeren) und seine Frau Ann in die Stadt Leiden in Südholland. Von dort aus – über die Hafenstadt Landesbrügge - starteten die Kinder des Jean (Jean-Jacques) Billiou – ein Sohn des Thomas Billiou – ihre Überfahrt mit dem Segelschiff nach Amerika. Bei den Kindern des Jean, dem Älteren, Billiou handelt es sich um den 1625 geborenen Pierre Billiou und dessen Schwestern Abigail und Anna.

Mein hugenottischer Vorfahre war Jean, der Jüngere – geboren um 1620 in Nordfrankreich, Region Calais - der in Preußen den Nachnamen „Billaud“ hatte. Jean-Jacques Billiou war ein Bruder des Auswanderers Pierre Billiou. Seine Schwester Abigail lernte in Leiden den aus England stammenden John Dunham kennen. Sie heiratete ihren Mann John in Südholland, und sie hatte mit ihm zunächst zwei kleine Kinder, die noch in Holland geboren wurden. Mit den kleinen Kindern segelte die junge Familie Dunham nach Plymouth in Amerika. Sie siedelten in der Kolonie Plymouth, die heute der Ort des Bundestaates Massachusets ist. Die Auswanderung hatte auch religiöse Gründe. John Dunham war nämlich ein sogenannter Pilgrimfather der zweiten Generation.

Die darauffolgenden Ahnen kamen aus der historischen Landschaft Flandern, die bis zum nördlichen Frankreich, dem Department Nord-Pas-de-Calais, reichte. Die durch religiöse Verfolgung ausgelösten Fluchtbewegungen verschlug es die Familie des Thomas Billiou (dem Jüngeren) und seine Frau Ann in die Stadt Leiden in Südholland.

Von dort aus – über die Hafenstadt Landesbrügge - starteten die Kinder des Jean Billiou – ein Sohn des Thomas Billiou – ihre Überfahrt mit dem Segelschiff nach Amerika. Bei den Kindern des Jean, dem Älteren, Billiou handelt es sich um den 1625 geborenen Pierre Billiou und dessen Schwestern Abigail und Anna. Mein hugenottischer Vorfahre war Jean, der Jüngere – geboren um 1620 in Nordfrankreich, Region Calais - der in Preußen den Nachnamen „Billaud“ hatte.

Der ältere Jean, der sich in Holland Jeacq nannte, war der im Jahr 1595 geborene Jean-Jacques Billiou. In der Zeit der Hugenottenverfolgung lebte Jean-Jacques Billiou in der südholländischen Stadt Leiden. Er lebte in einem Haus am Marktplatz von Leiden, der in der niederländischen Sprache der beeste Markt hieß. Das ist ein zentral gelegener Platz in der Mitte der Stadt. Es wurden auf dem Marktplatz Rinder und Pferde gehandelt. Jean-Jacques´ Mutter Ann Billiou starb bereits im Jahr 1621 in der Stadt Leiden. Der Vater Thomas Billiou lebte noch einige Jahre länger. Er hatte noch die Heirat seiner ältesten Tochter Abigail miterlebt.

Im Oktober des Jahres 1622 heiratete die zwei und zwanzig jährige Abigail ihren Mann John Dunham, der aus Bedfordshire in England stammte. Er wurde im Jahr 1589 in der Grafschaft Bedfordshire geboren. In seiner ersten Ehe war John mit Susanna Keno verheiratet gewesen. Sie starb in jungen Jahren. Der junge Witwer John blieb nicht lange alleine. Er lernte bald seine zweite Frau Abigail kennen. Sie lernte ihren Mann John während einer Reise mit ihren Eltern nach England kennen. Thomas und seine Frau Ann Billiou kannten das Land bereits aus einer Zeit, in der sie aufgrund religiöser Verfolgungen als französische Protestanten von Frankreich nach England fliehen mußten. John Dunham gehörte ebenso wie Abigail einer religiösen Reformbewegung an. Während Abigail wie auch ihre Eltern, die noch in Nordfrankreich gelebt hatten, und als sogenannte Hugenotten der calvinistisch orientierten neuen Religion angehörten, gehörte John Dunham der englischen Reformbewegung an. Die Mitglieder seiner neuen Religion wurden anfangs spöttisch als “Puritaner“ bezeichnet. Ihr Glaube war an der Lehre des Johannes Calvin orientiert, so wie es auch bei den französischen Protestanten der Fall war.

Abigail und John wanderten schließlich nach Amerika aus. Sie segelten mit dem Schiff In Amerika wurde ihr erstes Kind geboren. In den Folgejahren wurden noch weitere neun Kinder geboren. Abigail starb im Jahr 1668 auf der Insel Marha´s Vineyard, die zu Massachusetts gehört. Abigail Schwester Ann heiratetete ebenfalls einen Pilgrimfather, der hieß Nathalian Walker und war ebenfalls ein junger Witwer gewesen. Und sie wanderte wie ihre Schwester auch nach Amerika aus.

Ein Bruder Abigails hieß Pierre Billiou. Der Exulant wanderte am 9. Mai des Jahres 1661 mit seiner jungen Familie nach Amerika in die seinerzeit holländische Kolonie aus, wo seinerzeit die Stadt Neu-Amsterdam gegründet wurde. Pierre Billiou war maßgeblich am Aufbau der Stadt beteiligt gewesen. Er hatte noch den Exporteur und Direktor der Kolonie Peter Stuyvesant kennengelernt, der über die Westindienkompanie unter anderem mit Pelzen gehandelt hatte.

Im Jahr 1664 wurde die einst holländische Kolonie von den Briten erobert. Die Niederländer hatten sich kampflos ergeben. Die Familie des Pierre Billiou stammte ursprünglich einmal aus der Wallonie, die in längst vergangener Zeit von den Kelten bewohnt war.

Familie Billiou hatte die Provinz verlassen und ging nach Leiden in Holland. Dort heirateten Pierre seine erste Frau Francoise, geborene Du Bois am 20. April 1649. Vor seiner Zeit in Südholland wurde Pierre Billiou als religiös Verfolgter französischer Protestant zwei Jahre in Bastille von Paris gefangen gehalten. Grund für die religiöse Verfolgung war, daß die Hugenotten einen anderen Glauben hatten als die Katholiken. Nach seiner Freilassung ging Pierre zunächst nach England, wo er sich vor Verfolgung sicher fühlen konnte. Doch nach einiger Zeit, es war gerade mal ein Jahr vergangen, kam er wieder zurück auf den Kontinent. Er ließ sich, wie viele andere französische Protestanten, in der holländischen Stadt Leiden nieder, die den calvinistischen Glauben akzeptierten und tolerierten. In Leiden lernte Pierre seine erste Frau kennen. Am 20. April 1649 wurde das Brautpaar Pierre und Francoise, geboren 1632 in Reims, in der wallonischen Kirche von Leiden getraut. Francoise war die Tochter des Chretien DuBois aus dem Dorf Wicres in Nord-Frankreich. Sie hatten berühmte Ahnen, die mit ihrem Namen bis in die Zeit der Kreuzritter zurückreichten. Noch auf dem europäischen Festland starb Pierres erste Ehefrau Francoise. Pierre heiratete ein zweites Mal.

Anfang des Jahres 1661 wanderten Pierre und seine zweite Frau Gerritje nach Amerika aus. Am 9. Mai 1661 ging die Schiffsreise dann endlich los. Am 9. Mai legten sie mit dem Segelschiff, der "Sankt Jan Baptist von Walslant", unter der Leitung des Kaptains Jan Bergen von dem niederländischen Hafen Landesbrügge ab. Sämtliche Schiffspassagiere wurden mit ihrem Namen im Schiffsregister eingetragen. Das war für die spätere Einwanderung nach Amerika wichtig gewesen. In jenem Register war unter anderem zu lesen, daß ein Pierre Billiou mit seiner zweiten Frau Gerritje, geborene Spiegelaer und den vier kleinen Kindern im Alter von zwei einhalb-, sechs-, sieben- und neun Jahren, Passagiere des Schiffes waren. Nach einer dreimonatigen Reise kamen sie am 6. August 1661 in Neu Amsterdam wohlbehalten an.

Urgroßmutter Louise Schmoldt - ihre Vorfahren Lefevre und Billau

Sie war verheiratet mit Ludwig Schmoldt aus Stettin. Am 20. August 1845 wurde die Heirat in dem Register „Proclamierte und Getraute“ eingetragen. Louise Schmoldt hatte mit ihrem Ehemann Ludwig Schmoldt zwei Söhne. Der erstgeborene war Carl Louis Richard – am 30. Oktober 1847 in Stettin, und der zweitgeborene Sohn hieß Carl Louis , der am ersten Juni 1851 ebenfalls in Stettin geboren wurde. Die Familie Schmoldt lebte in Stettin.

Louises Eltern waren Pierre Lefevre, geboren im Jahr 1793, gestorben 1845 und Rachel Lefèvre, die eine geborene Billau war. Sie lebte von 1790 bis 1855. Gestorben war sie an der Tuberkulose. Rachel Lefevre, eine geborene Billau, starb am 30. Juli 1855 in Stettin an der Tuberkolose. Sie erreichte das Alter von 64 Jahren.

Um das Jahr 1685 kamen hugenottische Protestanten (Glaubensflüchtlinge) aus Flandern (Nord-Frankreich) - über die Pfalz - nach Vorpommern und Stettin. Darunter waren auch Familien Lefèvre und Billau. Die Eltern Louise und Ludwig Schmoldt waren bei der Geburt des Sohnes Richard 23 Jahre (Louise) und 25 (Ludwig) Jahre alt. Zehn Tage nach der Geburt des zweiten Sohnes Carl Louis, geboren am 1. Juni 1851, starb Louise Wilhelmine Schmoldt.

Bei den Fluchtbewegungen der französischen Protestanten gab es immer mehrere Stationen, bis sie ihr Ziel erreicht hatten. Eine bedeutende Station von den aus Frankreich verfolgten Protestanten waren auch die Familien Billau und Lefevre. Mit Jean Billaud kam ein Tabakpflanzer aus Nordfrankreich in die Region von Friesenheim, Oggersheim und Oppau in der Pfalz.

Antoine Lefevre, verheiratet mit Marie, geborene Noe, die aus dem benachbarten Frankenthal kam, siedelte sich auch in der Pfalz an. Marie, geborene Noe war Antoines zweite Ehefrau; seine erste Ehefrau Jacqueline starb im Jahr 1676 in der französischen Region Nord-Pas-De-Calais. Sie kamen bereits Ende der 1670er Jahre nach Oppau in der Pfalz. Auf dem Hemshof fanden sie Arbeit und Unterkunft. Im Jahr 1680 wurde ihr Sohn Francois geboren, der der Stammvater der deutschen Lefevres werden sollte. Die junge Familie zog nach ein paar Jahren weiter nach Bergholz in die Uckermark. Sie hatten schon von anderen Verwanden davon gehört, daß die französischen, politisch Verfolgten dort willkommen waren. Und man wollte möglichst dort hin, wo auch die Verwandtschaft war.

Louise Wilhelmine Schmoldt (geboren 1823) war eine meiner Ururgroßmütter. Sie war verheiratet gewesen mit Ludwig Schmoldt (dessen erste Ehe), der im Jahr 1822 geboren wurde. Mein Urgroßvater Richard Schmoldt (geboren 1847) war ein Sohn von Louise und Ludwig Schmoldt. Richard Schmoldt wiederum war der Großvater meiner Mutter Ruth Bruchwitz, geborene Schmoldt. Aus meiner Sicht handelt es sich folglich um meine Vorfahren mütterlicherseits.

Louise Schmoldt war eine Tochter von Pierre Lefevre und Rachel Lefevre, geborene Billau (geboren 1790). Louises Mutter Rachel Lefevre, geb. Billau war eine Tochter des Isaak (Jakob) Billau und dessen Frau Elisabeth, geborene Ropitail. Isaaks Vater war der gleichnamige Sohn von Isaak Billau (1722 bis 1777). Isaak Seniors Vater war Abraham, der Jüngere Billaud (1697 bis 1775). Der Vater von Abraham dem Jüngeren war der gleichnamige Abraham Billaud, der von 1670 bis 1726 lebte. Der Vater von Abraham dem Älteren war Jean Billaud /1620 bis 1715), der aus Nordfrankreich stammte und nach Oppau in die Pfalz auswanderte. Sein Nachname wird in Datenbanken und anderen Schriften auch mit "Billiot" oder "Billiou" angegeben. Der Vater von Jean, dem Jüngeren, war Jean oder auch Jean-Jacques Billiou, der auch mit dem Namen Ballieu erwähnt wurde.

Jean Billious Vater Thomas (Junior) wurde im Mai des Jahres 1563 geboren. Thomas Billiou - alias Barlowe - starb im Jahr 1638 in England. Dessen gleichnamiger Vater Thomas Barlow, alias "Billiou", lebte von 1540 bis 1592.


Nienburg/Weser am 28. Mai 2020