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Christoph und Christoffer Bruchwitz

Zunächst zum verwandschaftlichen Bezug: Joh. Christoph Bruchwitz, der im Jahr 1726 geboren wurde, war der Vater meines 3x-Urgrossvaters Johann Friedrich Bruchwitz (1769 bis 1846). Der von Johann Friedrich Bruchwitz gebildete Familienzweig war einer von insgesamt vier Bruchwitz-Familienzweigen in Vorpommern. Der Urahn Christoffer Bruchwitz wurde um 1680 in Sachsen geboren und starb am 1. September 1737 im vorpommerschen Rothemühl.

Im Bürgerbuch der Stadt Erfurt , 1670-1760 - Band 37, Inhaltsverzeichnis, Seite 453 - und im Bürgerbuch auf der Seite 197 - Nr. 3076 - ist zu dem Jahr 1711 der Eintrag von einem Gotfrid Botha und Toffel * (Christoffel) Bruchwitz zu lesen. Bruchwitz wohnte vor dem Johannistor (Johannisvorstadt) in Erfurt. Am 15. Januar des Jahres 1711 wohnte laut Bürgerbuch der Stadt Erfurt ein Toffel Bruchwitz im Wohnbezirk der Augustinergemeinde (JOH. EX.) vor dem Johannistor. Anmerkung: JOH. EX. bedeutet, dass das Gebiet außerhalb des Johannistores im Norden der Stadt.

* Wortherkunft und Bedeutung: Toffel ist eine Kurzform für den Namen Christoffel, welcher wiederum eine Koseform des Namens Christoph ist. Den Namen "Toffel" gibt es sowohl als Vorname als auch als Nachname. Als Vorname gibt es heute den Namen "Toffel" kaum noch.

In Erfurt gab es seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bis heute ein Wirtshaus, das den Namen "Haus und Biereigenhof zur weißen Lilie" trug und heute den Namen "Wirtshaus Christoffel" trägt. In der Zeit von 1683 bis 1717 war ein Dr. Johann Heinrich Meier, Dozent und Professor in Erfurt, der Besitzer des Gasthauses. Höchstwahrscheinlich war damals einer der Gäste ein Toffel / Christoffer Bruchwitz.

Nach dem Jahr 1711, jedoch vor dem Jahr 1715 ging unser Vorfahre Christoffer Bruchwitz von seinem Wohnort Erfurt nach Stralsund. Bis er am Burgwall bei Rothemühl im damaligen Schwedisch-Vorpommern gesiedelt hatte, gab es noch eine davorliegende Station. Christoffer Bruchwitz - seinerzeit mit dem Namen "Bruckewitz", war zuächst als Söldner in die schwedische Streitmacht eingetreten. Bis Ende Dezember des Jahres 1715 herrschte in Vorpommern Krieg. Es handelte sich um den Großen Nordischen Krieg, der mit der Belagerung von Stralsund und einem späteren Friedensschluß zu einem Ende kam. Es war keine Besonderheit, dass ein Sachse unter schwedischer Flagge kämpfte. Und wenn jemand aus Mecklenburg oder Pommern stammte, kam es auch vor, dass jemand als Soldat beziehungsweise als Söldner für Dänemark kämpfte.

Auf der Insel Rügen fand im November des Jahres 1715 die Schlacht der Alliierten gegen die Schweden statt. In der Schlacht bei Groß-Stresow nahe Putbus kämpfte auch Christoffer Bruchwitz mit - allerdings nicht auf der Seite Preußens sondern bei den Schweden. Die Allierten einschließlich den Preußen mit Fürst Leopold von Sachsen-Anhalt ("Der alte Dessauer") als obersten Befehlshaber trafen bei der Schlacht auf König Karl XII von Schweden. Die Allierten, in diesem Fall die dänische Streitmacht und die Preußen schlugen die Schweden in Stresow in die Flucht. Die schwedischen Söldner konnten in die Festungsstadt Stralsund zu ihren schwedischen Kameraden entkommen. Zu jenem Zeitpunkt beherschten die Schweden noch die Stadt. Auch Christoffer Bruchwitz war mit dabei nebst den Kameraden aus seiner Truppe. Vorgesetzter war Hauptmann ("Capitain") Christian Friedrich Wangelin, mit dem er im Dezember 1715 von den Alliierten gefangengenommen und in der Bastei von Stralsund inhaftiert wurde. Von Ende 1715 bis 1720 wurde Vorpommern zunächst von den dänischen Truppen besetzt. Die gefangenen Söldner kamen in Freiheit und wurden in ihre Heimatarmee eingegliedert. Aufgrund eines Friedenschlusses bekam ab 1720 Schweden wieder die Herrschaft über das nördliche Vorpommern.

Nach seiner Freilassung wurde Christoffer ein Bürger Vorpommerns und siedelte am Burgwall bei Rothemühl. Er nannte sich in Rothemühl zunächst "Christoffer Brugwitz" und heiratete unter diesem Namen am 6. Dezember 1719 seine Frau Elisabeth, geborene Lücke. Der Eintrag wurde in das Heiratsregister des evangelischen Kirchenbuches von Ferdinandshof gemacht. Dort ist anfangs anstatt vom Namen "Bruchwitz" vom Familiennamen "Brockwitz". zu lesen. Gründe für die Namensänderung könnten die regional unterschiedlichen Dialekte sein, in diesem Fall von den Land Sachsen und dem Landesteil Vorpommern.

Die kleine Siedlung am Burgwall gehörte seinerzeit zum Ort Alt-Rothemühl. Dort wurde in den Anfangszeiten ein Bethaus eingerichtet, und das Dorf unterhielt bald eine eigene Pfarrei. Alt-Rothemühl und Burgwall gehörten verwaltungsmäßig zum Amt Torgelow. In der Gründerzeit wohnten am Burgwall neun Siedler, dazu gehörten Christoffer Bruchwitz mit Frau Elisabeth, geborene Lück sowie deren Kinder. Die Eheleute hatten zwei Töchter - Maria Christina (geboren 1720) und Regina (geboren 1722) sowie einen Sohn mit Namen Johann Christoph, geboren am 5. November 1726. Quelle: Kirchenbuch von Ferdinandshof und FamilySearch.org.

Sohn Christoph Bruchwitz wurde am Burgwall (alte Schreibweise: Borgwall) bei Rothemühl geboren. Seine beiden älteren Schwestern, die in dem Internetportal "FamilySearch" unter dem Nachnamen "Brugwitz" zu finden sind, wurden auch dort geboren. Der Urahn Christoffer hatte zwei Brüder mit Namen Georg (Gerge) und Daniel. Sie lebten im Ermland-Masuren. Die Region nannte sich seinerzeit Königlich Preußen und stand unter polnischer Verwaltung. Georg und Daniel hatten den Nachnamen "Bruckwitz", so wie ihn auch Christoffer einmal gehabt hatte.

Beruflich war Christoffer Bruchwitz als Heideläufer und Förster tätig. Er unterhielt am Burgwall eine "Königliche Unterförsterstelle". Am sechsten Dezember 1719 hatte Christoffer seine Frau Elisabeth, geborene Lück(e) geheiratet.

Am Burgwall bei Rothemühl in Vorpommern

Christoffer Bruchwitz

Verwandtschaft: Urururururgroßeltern

Geburtsort: ein Ort in Sachsen

Bekenntnis: evangelisch-lutherisch / protestantisch

Geburtsdatum: Christoffer Bruchwitz wurde um das Jahr 1680 geboren

Beruf: Heideläufer (Hegeläufer) und Forstarbeiter (Holzfäller, Stabschläger)

Wohnort: Burgwall bei Rothemühl (früher Alt-Rothemühl) in Vorpommern

verheiratet mit Elisabeth, geborene Lück

gestorben am 1. September 1737, am Burgwall bei Rothemühl

Kinder: zwei Töchter mit Namen Maria Christina (geboren am 12.8.1720) und Regina (geboren am 14.5.1722), und einen Sohn Johann Christoph (geboren 5.11.1726). Quellen: siehe die Portale Ancestry und Family Search.

Bemerkung: der Burgwall ist eine Anhöhe nahe Rothemühl; die alte Schreibweise ist Borgwall, die Erhebung wurde auch einmal als "Karrenberg" benannt.

Zur Berufsangabe (Herkunft des Namens):

Der Name Heideläufer ist vergleichbar mit einem niederen Forstbediensteten, der sein Waldrevier untersuchend begeht. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts bis Anfang des 18. Jahrhunderts wurde mit Forstordnungen die Nutzung der Wälder bestimmt. Heideläufer, auch Unterförster genannt, wurden für kleinere Forstreviere eingesetzt und waren tätig im Auftrag einer Forst- und Finanzverwaltung. Das Wort Stabschläger ist eine alte Bezeichnung für Holzfäller bzw. Wald- und Forstarbeiter.

Elisabeth Bruchwitz, geborene Lück (auch "Lücke", 1682 bis 1772)

Geburtsort: vermutlich ein Ort in Vorpommern

Geburtsdatum: im Jahr 1682

Bekenntnis: evangelisch

Wohnort im Jahr 1720: die Siedlung Burgwall bei Rothemühl in Vorpommern

verheiratet mit Christoffer Bruchwitz (gest. 1737, Burgwall, Rothemühl)

Eheschließung am 6. Dezember 1719

gestorben am 2. September 1772

Alter: Elisabeth wurde 90 Jahre alt

Kinder: zwei Töchter, eingetragen in das Taufregister mit dem Nachnamen "Brugwitz". Maria Christina, geboren am 12. August 1720 und Regina, geboren am 14. Mai 1722, und ein Sohn Johann Christoph, geboren 1726 am Burgwall bei Rothemühl in Vorpommern.

Elisabeth Bruchwitz, geb. Lück überlebte ihren Mann um 35 Jahre.

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Verwandtschaft: Ururururgroßeltern

Zweige: Bruchwitz und Lück

Johann Christoph Bruchwitz (genannt Christoph)

auch mit dem Namen Christoph Brockwitz (siehe Hofbrief vom 8. Juni 1774)

Geburtsort: Burgwall bei Rothemühl

Geboren am 5. November 1726 am Burgwall bei Rothemühl

Bekenntnis: evangelisch

Beruf: Zunächst Waldarbeiter, ab 1756 Bauer

Herkunft der Vorfahren: Vorpommern und Sachsen

Wohnort: Heinrichswalde in Vorpommern

Heirat von Joh. Christoph und Anna Katharina Tobesing

Abb.: Eintrag (1. Ehe von Joh. Christoph Bruchwitz oo Anna K. Tobesing) in das Evangelische Kirchenbuch (Dargitz, Vorpommern) - Abschrift

Eheschließung: Die erste Ehe wurde am 26. Oktober 1751 mit Anna Katharina, geborene Tobesing, geschlossen. Die Ehe wurde im Jahr 1754 geschieden. Im Jahr 1755 oder 1756 heiratete Johann Christoph seine zweite Frau Dorothea Elisabeth, geborene Tegge, mit der er drei Töchter und vier Söhne hatte.

Johann Christoph Bruchwitz starb am 11. Dezember 1774 auf Burgwall bei Alt-Rothemühl. Im Kirchenbucheintrag (Evangelische Kirchengemeinde Ferdinandshof) wurde Johann Christoph namentlich verwechselt mit seinem ältesten Sohn Christian Bruchwitz (1760 bis 1834).

Alter: Johann Christoph wurde sieben und vierzig Jahre alt. Seine Ehefrau überlebte ihn um zwanzig Jahre.

Kinder aus Joh. Christophs zweiter Ehe mit Dorothea Elisabeth, geb. Tegge: Dorothea, die Erstgeborene, geboren am 6. September 1756, Euphrasina (geboren 1759), die Söhne Christian (geboren 1760), Michael Heinrich (geboren 1764), Johann Friedrich (geboren 1769), Joh. Christoph (geboren 1772), und die jüngste Tochter Christina, die im Jahr 1837 gestorben war. Christina Bruchwitz heiratete den Johann Gilbert. Johann Christoph Bruchwitz (der Jüngere), geboren 1772, wanderte um das Jahr 1805 nach Tating, Halbinsel Eiderstedt, Schleswig-Holstein aus.

Die Eltern von Johann Christoph (dem Älteren) waren Christoffer Bruchwitz und Elisabeth, geborene Lück.

Pfarrgemeinde: Alt-Rothemühl und Burgwall waren in alter Zeit selbständige Kirchengemeinden.

Stichwort: Johann Christoph und seine Frau Elisabeth begründeten die vier Zweige (Linien) der Familien Bruchwitz

Aus seinem Leben: Die erste Ehe mit Anne Catharina, geborene Tobesing, war kinderlos und wurde bald geschieden. Aus Joh. Christophs zweiter Ehe gingen sechs Kinder hervor. Der Sohn Johann Friedrich (geboren im Jahr 1769) ist mein direkte Vorfahre. Johann Christoph (der Ältere) ist der Stammvater der vier Linien Bruchwitz. Johann Christoph unterhielt in den 1740er Jahren eine Unterförsterstelle und war als Waldarbeiter (alte Bezeichnung: Stabschläger) beruflich tätig. Um das Jahr 1756 übernahm er einem Bauernhof, den er als sogenannter Halbbauer betrieb. Erst Anfang der 1770er Jahre konnte der Hof abgelöst werden. In einem sogenannten Hofbrief - eine Urkunde betreffs Verleihung und Verpachtung und über das Rechtsverhältnis von Bauerngütern - wurde beurkundet, daß der Bauernhof von da an sein Eigentum wurde.

Anmerkung zum Hofbrief: Der Eintrag im Hofbrief mit Christoph Bruchwitz (Brockwitz) aus Sachsen stammend, ist nicht korrekt. Joh. Christoph wurde im Jahr 1726 in Rothemühl in Vorpommern geboren. Sein Vater Christoffer Bruchwitz stammte allerdings aus Sachsen.

In dem" Heimatbuch - der Kreis Ueckermünde bis 1945 - ein pommersches Heimatbuch" von Manfred Vollack, Hamburg 1981, wird in einem sogenannten Hofbrief ein Christoph Brockwitz erwähnt. Gemeint war unser Vorfahre Johann Christoph Bruchwitz. Ein weiterer Hinweis auf einen Nachnamen "Brockwitz" ist im evangelischen Kirchenbuch von Ferdinandhof zu finden. Gründe für die unterschiedliche Namensgebung sind mir nicht bekannt.

Dorothea Elisabeth Bruchwitz, geborene Tegge

Geburtsort: ein Ort in Vorpommern

Bekenntnis: evangelisch

Geboren um das Jahr 1730

Herkunft der Vorfahren: Pommern

Wohnort: Heinrichswalde in Vorpommern

verheiratet mit Johann Christoph Bruchwitz (geboren 1726)

gestorben am 21. März 1795

Alter: Dorothea Elisabeth wurde etwa 65 Jahre alt

Eheschließung: 1755 oder 1756

Kinder: Dorothea (geboren 1756), Euphrasina (geboren 1759), Christian (geboren 1760), Michael Heinrich, Johann Friedrich (geboren 1769), Johann Christoph, Christina Bruchwitz.

Dorothea Elisabeth Bruchwitz, geborene Tegge war die Stamm-Mutter der vier Bruchwitz-Zweige, und sie begründete mit ihrem Ehemann Christoph der vier Bruchwitz-Linien mit den Söhnen Christian (geboren 1760), Michael Heinrich (geboren 1764), Johann Friedrich (geboren 1769) und Johann Christoph Bruchwitz (geboren 1772).

 

Nienburg (Weser) im Dezember 2023

 

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