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Georg Bruchwitz in den Jahren 1598 und 1600 in Berlin und Stettin

Georg Bruchwitz lebte Ende des 16. Jahrhundert bis Anfang des 17. Jahrhunderts - nach meiner Einschätzung von etwa 1565 bis etwa 1620. Es gib in der Literatur Hinweise dafür, daß er als Hofbeamter oder Legat (Diplomat) in Stettin beim Herzog von Pommern Johann Friedrich beruflich tätig war. Möglicherweise war Christoffer Bruchwitz, gestorben am 1.9. 1737 in Alt-Rothemühl in Vorpommern, ein Urenkel des Georg Bruchwitz war. Im Buch "Allgemeine Preußische Staatsgeschichte, Neuere Geschichte Brandenburg", Bände 3 bis 4, von Dr. Carl Pauli, Verlag und Druck Christoph Peter Franckens. 1762 - es wird unter anderem die Leichenprozession (Trauerzug) anläßlich des Begräbnisses des Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg (1525 bis 1598) in allen Einzelheiten mit Auflistung der vielen Teilnehmer geschrieben; darunter waren Kurfürsten, Markgrafen, Grafen, andere Adlige wowie Gesandte genannt. In der ursprünglichen Schrift von Andreas Angelus (Engel) mit dem langen, ursprünglich in lateinischer Sprache verfassten Titel "Anales Marchiae Brandenburgicae, das ordentliche Verzeichnis und Beschreibung der fürnemsten und gedeckwirdigsten Märkischen Jahrgeschichten und Historien, so sich vom 416. Jahr vor Christi Geburt bis aufs 1596 Jahr zugetragen haben" findet man auf der Seite 448 den Eintrag mit Wilhelm Kleist und Georg von Bruchwitz, die das "junge Fräulein aus Sachsen" begleitet hatten. An dieser Stelle eine Vorschau des Orginaltextes von Andreas Engel (Angelus), der mit seinem Buch über die Geschichte des Landes Brandenburg den Ablauf der Trauerfeier für den Kurfürsten von Brandenburg Johann Georg I. aus dem Jahr 1598 sehr detailiert beschrieben hatte.

Anmerkung: Was den Orginaltitel des Buches von Andreas Angelus aus dem Jahr 1598 betrifft, so gibt es im Text des Titels einen Fehler bei der Jahreszahl. Dort steht das Jahr 1596. Im Inhalt des Buches sind allerding Ereignisse bis zum Jahr 1598 aufgeführt. Das Begräbnis des Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg war Anfang Februar 1598 (dessen Tod am 18. Januar 1598). Übrigens der Autor des Buches über die Geschichte in Brandenburg, Andreas Angelus (Engel), starb im August des Jahres 1598. In der Zeit des 16. Jahrhunderts und vorher war es üblich, den Titel eines Buches in der lateinischen Schrift wiederzugeben. Der weitere Text ist dann in deutscher Sprache geschrieben.

Als Teilnehmer anläßlich der Trauerfeier des Kurfürsten von Brandenburg war Georg von Bruchwitz im Februar 1598 in Berlin-Cölln an der Spree ebenso zugegen wie auch Thomas Knesebeck von dem K. (geboren 1559, † 1625 auf Schloß Tilsen in der Altmark), Wolf Ernst von Wolframsdorf, wohnhaft auf dem Schloss Crossen (Altmark), von Beruf Hauptmann und der Graf Ernst von Mansfeld, der spätere Söldner- und Heerführer im Dreißigjährigen Krieg. Es kamen bedeutende Persönlichkeiten und prominenter Adel aus Deutschland (Sachsen, Pommern, Brandenburg) zur Trauerfeier. Die Prinzessin Katharina Ursula von Sachsen-Lauenburg (1580 bis 1611) war die Tochter aus erster Ehe des Herzogs Franz II. von Sachsen-Lauenburg (1547-1619). Ihre Mutter war Margaretha (1553 bis 1581) aus Wolgast, Tochter des Herzogs Philipp I. von Pommern. Ihr Bruder war August, Herzog von Sachsen-Lauenburg, (1577-1656).

Bei der Trauerfeier des Herzoges von Pommern Johann Friedrich am 17. Feruar 1600 in der Schloßkirche von Stettin war der Abgesandte Georg Bruchwitz neben adeligen Personen und Kurfürsten ebenfalls anwesend. Er begleitete das damals das zehnjährige Mädchen Magdalena von Eberstein (1588-1663), eine Tochter des Grafen Wolfgang von Eberstein, (1538-1592) beim Leichenzug des Johann Friedrich, Herzog von Pommern. Magdalena von Eberstein (Everstein) war später verheiratet mit Ernst von Putbus (1580-1615). Magdalena von Eberstein war die Tochter von Wolfgang von Eberstein (auch Everstein), der von 1538 bis 1592 lebte. Dieser war verheiratet mit Anna Gräfin zur Lippe. Wolfgang Everstein war ein Sohn des Grafen Georg Casper von Eberstein . Die Trauergäste kamen, so konnte ich es in der Teilnehmerliste lesen, vor allem aus den Ländern Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen und Pommern. Auch Hofbeamte (Anmerkung: Diplomat bzw. Gesandter) des Herzogs von Pommern aus Stettin wie Georg Bruchwitz waren zugegen.

Weitere erwähnenswerte Personen, die auch als Begleitperson der Trauergäste fungierten, waren Personen von Adel wie August Moritz von Röbel (Roebel), Joachim von Zitzewitz aus Muttrin, Gerd (Gerhard) Manteuffel (ca. 1560 bis 1622), Jürgen Pirche (Hauptmann), R. Molzan, Wilcke Manteuffel, Henning Ubesche und Joachim Rekow. Die Begleiter der Trauergäste kamen, so entnehme ich es der Teilnehmerliste, vor allem aus Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg, Pommern; darunter waren auch Hofbeamte des Herzogs von Pommern-Stettin.

Quellen: Personalien und Leichen-Prozessionen der Herzöge von Pommern und ihren Angehörigen aus den Jahren 1560-1663, Ulrich von Behr- Negendank-Semlow, Julius Bohlen-Bohlendorf. 31.12.1868.

Die Zeit, in der Georg von Bruchwitz lebte, war auch die Zeit des 30-jährigen Krieges in Europa. Georg Bruchwitz lebte (geschätzt) etwa von 1565 bis 1625.

In jener Zeit, als Herzog Johann Friedrich in Pommern und der Kurfürst Johann Georg von Brandenburg herrschten, war in England Königin Elisabeth I. (1533-1603) an der Macht.

Anmerkung: Der Orginaltext des Buches von Andreas Engel (Angelus) über die Geschichte von Brandenburg aus dem Jahr 1598 war "Annales Marchiae Brandenbvrgicae das ist Ordentliche Verzeichnuß vnd beschreibung der fürnemsten vnd gedenckwirdigsten Märckischen Jahrgeschichten vnd Historien, so sich vom 416. Jahr vor Christi Geburt, bis auffs 1596. Jahr im Chufürstenthumb Brandenburg, vnd dazu gehörenden Landen vnd Herrschafften, von jahr zu Jahr begeben vnd zugetragen haben. Aus vielen glaubwirdigen Scribenten vnd Büchern, auch aus bewerten vrkunden vnd vielen alten monumentis, zusammen getragen vnd beschrieben. Auch mit vielen Bildnüssen vnd Figuren gezieret, vnd mit einem vollkommenen vnd richtigem Register verfasset".


Update im Mai 2018


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